Das QM-Gebiet rund um den Mehringplatz
![]() © openstreetmap.org Einwohner:
5.355, Fläche: 24,64
ha ------------------------------- Jüdisches Museum, Checkpoint Charlie, Anhalter Bahnhof: Zahlreiche Anlaufpunkte nahe dem zentral gelegenen Kreuzberger Mehringplatz findet man in den Touristenführern. Die Straßen nördlich des viel frequentierten U-Bahn-Umsteigebahnhofs "Hallesches Tor" und der Mehringplatz selbst zählen jedoch nicht zu den Berliner Highlights: Neben einigen schönen Altbauten prägen Hochhäuser mit oft fantasielosen Fassaden das Bild, und viele der Anwohner selbst identifizieren sich nicht mit ihrer Wohngegend. Dabei gibt es im Gebiet rund um die südliche Friedrichstraße zwischen Landwehrkanal und Hedemannstraße ein großes Angebot an verschiedenen Läden, weder zum Potsdamer Platz noch zum regen Kreuzberger Stadtleben ist es weit, und gutteils moderate Mieten sind auch für junge Familien erschwinglich. Neben einigen schon seit Jahrzehnten im Kiez lebenden Anwohnern gibt es vor allem einen großen Zuzug von migrantischen Familien aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern – viele von ihnen schlecht qualifiziert, arbeitslos und auf staatliche Unterstützung angewiesen. Mittelständische Familien verlassen zunehmend den Kiez, die hohe Fluktuation erschwert ein tragfähiges Sozialgefüge. Armut, Bildungs- und Sprachprobleme machen nicht nur den Erwachsenen zu schaffen. Vor allem die Kinder leiden unter diesen schwierigen Startbedingungen: Sprachprobleme verhindern Schulabschlüsse, die Chancen auf ein Erwerbsleben sind gering. Freiräume wie Sport- und Spielflächen oder andere Anlaufstellen für sie gibt es nicht in ausreichender Anzahl – manche der Jugendlichen sehen die Flucht in Drogen als Ausweg. Integrations- und Qualifizierungsangebote gibt es für alle Altersstufen wenige, und die geringe Kaufkraft im Quartier wirkt sich natürlich auch auf die lokale Wirtschaft aus. Integrative Angebote für alle Bevölkerungsschichten – sowohl altersmäßig als auch für die unterschiedlichen im Kiez wohnenden Kulturkreise – sollen den Anwohnern helfen, sich zu orientieren, sich gegenseitig besser kennen und verstehen zu lernen, neue Perspektiven und Eigeninitiative zu entwickeln und so ihren Wohnort als interessant und positiv geprägt wahrzunehmen. Ein interessantes Angebot für Touristen, die durch das Gebiet spazieren, bot von Mai 2006 bis Juni 2008 der sogenannte "Pfad der Visionäre". Hier luden Zitate bedeutender Europäer auf Tafeln, die in den Boden eingelassen wurden, zum Verweilen und Nachdenken ein. An einer dauerhaften Lösung des Projektes wird momentan gearbeitet. |






